Heise 20.07.2026
13:30 Uhr

heise+ | KI-Plattform „Primary“ bewertet die Arbeit von Journalisten


Das von Peter Thiel finanzierte Startup Primary bewertet die Arbeit von Journalisten mithilfe von KI und baut ein Ranking auf.

heise+ | KI-Plattform „Primary“ bewertet die Arbeit von Journalisten

Im April 2026 hatte Palantir-Mitgründer Peter Thiel als Geldgeber für ein neues Start-up namens Objection (deutsch: Einspruch) für Schlagzeilen gesorgt. Die Macher bewarben Objection als „schnelle, günstige und faktenbasierte Möglichkeit“ zum Anfechten von Medienberichten. Die Wochenzeitung die Zeit schrieb sinngemäß: „Für 2000 Dollar soll jeder klagen können wie ein Milliardär“, die Süddeutsche Zeitung titelte „Ein Milliardär baut einen Pranger“ und die Frankfurter Allgemeine Zeitung schrieb gar von einer KI-Guillotine.

Dahinter steckte eine Art privates KI-Tribunal für Journalisten, bei dem gegen eine Gebühr ab 2000 Dollar jeder Einspruch gegen missliebige Berichterstattung einlegen konnte. Ein Journalist des US-Mediums The Intercept beschrieb die Funktionweise wie folgt: Laut der Webseite, deren Herzstück ein sogenannter Ehrenindex war, sollten „qualifizierteste Rechercheure“ den Fall untersuchen, etwa preisgekrönte Journalisten, ehemalige FBI- oder CIA-Agenten und Offiziere militärischer Geheimdienste.

Die Untersuchung sollte Belege nach ihrer „Nähe zum zugrundeliegenden Ereignis“ bewerten. Den höchsten Score sollten Primärquellen, Dokumente, Gerichtsakten, E-Mails und Transaktionsbelege erhalten, am schlechtesten sollten anonyme Tippgeber ohne nachvollziehbare Herkunft gewertet werden. Nachdem dem betreffenden Journalisten die Möglichkeit zur Stellungnahme gegeben wurde, sollte ein firmeneigenes KI-System (mit Modellen von xAI, OpenAI, Mistral, Anthropic) die „Qualität“ der beanstandeten Textstelle beurteilen.